Die offizielle Homepage des Kunstverein gegenwart e.V. aus Leipzig.

macht masse kollektiv – ein dezentrales Kulturprojekt im Spannungsfeld zwischen Kunst, Politik und Wissenschaft

22.06.–08.07.2017, Entlang der Eisenbahnstraße, Leipzig Ost

Vom 22. Juni bis 08. Juli 2017 bespielt der Kunstverein gegenwart e.V. ausgehend von einer Projektzentrale mehrere Orte entlang der Eisenbahnstraße. Dabei werden überregionale sowie in Leipzig basierte Künstler_innen und Wissenschaftler_innen zusammengebracht, um durch die Verknüpfung von Kunst und Wissenschaft die Funktionsweisen und Prozesse des Phänomens Masse und des Kollektivs zu erforschen und zu diskutieren. Damit greift das Projekt eine Thematik auf, die sich aus den aktuellen gesellschaftspolitischen Ereignissen in Sachsen und vor allem Leipzig entwickelt hat. 

Veranstaltungsorte
Bistro 21, Hermann-Liebmann-Straße 88
Hildes Enkel, Hildegardstraße 49
Lu99, Ludwigstraße 99
Raum Weisz, Idastraße 36b
Vary, Eisenbahnstraße 7

KEHRTWENDEN : WEITERGEHEN

08.–29. April 2016, Alte Maschinenhalle (Täubchenweg 20, Leipzig-Ost)

Künstler_innen scheitern – an den Erwartungen des Publikums, der Gesellschaft und an ihren eigenen. Auf dem Kunstmarkt, in der Umsetzung ihrer Ideen, in der Vermittlung ihrer Arbeit. Was passiert jedoch, wenn Künstler_innen diese Enttäuschungen nicht passiv erdulden, sondern sie sich aneignen, sie instrumentalisieren und produktiv überformen?

In der vierten Jahresausstellung kehrtwenden : weitergehen versammelte der Kunstverein gegenwart e.V. junge künstlerische Positionen, die sich auf offensive Weise mit den Enttäuschungen auseinandersetzen, die ihnen auf privater, gesellschaftlicher oder künstlerischer Ebene begegnen. In Installationen, Video-, Fotografie- und Textarbeiten sowie in performativer Praxis wurden Enttäuschung und Scheitern als werkimmanente Strategien erprobt und als Thematiken befragt.

Künstler_innen:

Jacob Friedländer (Dresden), Marcel Große (Hambuger), Elisa Haug (Berlin), Daniel Kockro (Halle/Saale), Jennifer Mattes (Wien), Anuk Miladinović (Basel), Joshua Schwebel (Berlin) und Sebastian Winkler (Karlsruhe).

distanzlos, unnahbar

17. April–08. Mai 2015, Pöge-Haus e.V. (Hedwigstr. 20, Leipzig-Ost)

Fünf künstlerische Positionen aus ganz Deutschland verhandelten in performativen, filmischen und fotografischen Arbeiten sowie performativen Formaten die Aspekte von Privatheit aus neuer Sichtweise. Der Fokus lag dabei auf einem zeitgenössischen, künstlerisch-ästhetischen Zugang, in dem die entrückten Verhältnisse von Raumvorstellungen thematisiert und das Wechselspiel zwischen Privatheit und Öffentlichkeit visualisiert werden. Mit distanzlos, unnahbar eröffnete der Kunstverein gegenwart e.V. seine dritte Jahresausstellung.

Künstler_innen:

Manja Ebert (Berlin),  Katrin Herzner (Karlsruhe),  Laura Mareen Lageman + Lena Dues (Münster),  Linda Perthen (Leipzig/Berlin), Silke Schwarz (Leipzig/ Berlin)

Carlo-Leopold v. Broschewitz

13. September 2014, Eisenbahnstraße, Leipzig Ost

Im Rahmen des Stadtteilfestivals FREIRAUM zeigte der Kunstverein gegenwart e.V. in einer Ein-Tages-Ausstellung Werke des Leipziger Bildhauers Carlo Leopold v. Broschewitz. Mit Broschewitz’ Arbeiten präsentierte der Kunstverein neben fotografischen und malerischen Werken erstmals seine skulpturale Position.
Die fünf Arbeiten, teilweise angelehnt an poetische Figuren, traten durch ihre Positionierung im Raum in einen direkten bis intimen Dialog mit den Betrachtenden. In ihrer Struktur erinnern sie zuweilen an Werke Stephan Balkenhols, beschäftigen sich jedoch thematisch mit der Kindheit und den literarischen Helden dieser Zeit.
Broschewitz studierte von 2006 bis 2012 bei Prof. Bernd Göbel und anschließend bei Prof. Bruno Raetsch an der Hochschule für Kunst, Burg Giebichenstein, in Halle und arbeitet seit 2013 als freischaffender Künstler in Leipzig.

UMBRUCH

24. April–10. Mai 2014, Kohlgarten Bildlabor (Kohlgartenstraße 51, Leipzig-Ost)

Die zweite Jahresausstellung des Kunstverein gegenwart e.V., UMBRUCH, zeigte zeitgenössische Positionen in Malerei, Fotographie und Medienkunst, die sich mit städtebaulichen Strukturen und Entwicklungen im urbanen Raum auseinandersetzen. Dabei nahmen die Künstler_innen in ihren Werken in unterschiedlicher Weise Bezug auf urbane Umbrüche.

Ein großes Anliegen der Ausstellung war es insbesondere die Entwicklungen im Leipziger Osten zu verdeutlichen. Wie bereits Bezirke anderer Städte (z. B. Neukölln, Berlin) hat dieser Stadtteil Veränderungen durch Umstrukturierungen und „Zuwanderung“ von Kreativen erlebt. Darüber hinaus fand im Rahmen der Ausstellung auch die zweite Tagung des Kunstverein gegenwart e.V. mit einem thematischen Schwerpunkt auf Stadtplanung und Architekturgeschichte sowie zeitgenössischer Problematiken und Aussichten bei der Erschließung neuer Stadtteile statt.

Künstler_innen:

Christoph David, Max Gramm, Heinrich Mauersberger und Mako Mizobuchi.

Christina Baumann in the hood

28. September 2013, Eisenbahnstr. 128b, Leipzig-Ost

Anlässlich des Freiraum-Festivals 2013 zeigte der Kunstverein gegenwart e.V. für einen Tag Werke der 1982 in Witzenhausen bei Göttingen geborenen Künstlerin Christina Baumann in einem leer stehenden Ladengeschäft in der Eisenbahnstraße. Sie studierte Malerei und Grafik an der HfBK in Dresden und war zwischen 2011 und 2013 Meisterschülerin von Peter Bömmels.

Eine besondere Rolle in dieser Ausstellung spielte die Verbindung zwischen den ausgestellten Werken und dem Leipziger Osten als Nachbarschafft. Baumanns Bilder zeigten Figuren in Einzel- oder Gruppenporträts, die sich voneinander in Statur, Proportionen, Größe und Farbe unterscheiden und so eine Heterogenität vermittelten, durch die sich auch die Umgebung der Ausstellung auszeichnet. Von außen wird diese Heterogenität jedoch leider oftmals noch als Homogenität des Fremden aufgefasst oder gar verurteilt. Die Bilder Baumanns zeichnen sich durch ihren pastösen Habitus aus, der aus den Materialien Öl, Kohle, Kreide und Wachs resultiert und durch die zerkratzte Oberfläche eine Einheit mit den ebenfalls archaisch anmutenden Motiven bildet. Die zu Masken verzogenen Gesichter der meist schwer arbeitenden oder verloren im Raum schwebenden Protagonisten, deren Physiognomie zwar humanoid, aber nicht menschlich ist, erinnern an die Figuren von Jean Dubuffet oder Mimmo Paladino. Die Künstlerin war den gesamten Ausstellungstag anwesend und stellte sich neben einem Künstlergespräch zur Entstehung ihrer Werke den interessierten Fragen der vielen Besucher_innen.

existentia – Die Chemie des fotografischen Bildes

11.–27. April 2013, Kunstraum E (Eisenbahnstraße 109, Leipzig-Ost)

Die Daguerreotypie und die Ambrotypie zählen zu den beiden ältesten fotografischen Verfahren. Sie ermöglichen durch chemische Prozesse die Übertragung von Bildern auf Metall- oder Glasplatten, die eine ganz eigene Ästhetik mit sich bringen. Jedoch bezieht sich das fotografische Bild nicht ausschließlich auf die Fotografie, sondern ebenso auf andere Medien. Neben der Daguerreotypie und der Ambrotypie, die heute fast nur noch in Archiven oder Fotografie-Museen zu finden sind, kann das fotografische Bild auch in der Malerei gefunden werden.

In den  ausgewählten Werken mit ihren unterschiedlichen Bildthemen und -medien griffen die Künstler_innen in unterschiedlicher Weise das Thema der Existenz auf:

Welche Rolle kann Existenz im Entstehungsprozess von Kunstwerken und für ihre Materialität spielen? Inwiefern kann eine inhaltliche Annäherung in den Kunstwerken an das Thema Existenz erfolgen? Können thematische und materielle Aspekte gleichzeitig Bestandteil des Kunstwerkes sein oder schließt die Existenz des einen die des anderen aus?

Mit existentia präsentierte der Kunstverein gegenwart e.V. seine erste Jahresausstellung, die regelmäßig im Frühjahr stattfindet.

Künstler_innen:

Sylvia Ballhause, Malte Masemann, Antje Gildmeister, Fotoatelier Dmitriy Klein’s Studio of Victorian Photography

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